Drei Prinzipien zur Bevollmächtigung

January 24, 2018

 

Es gibt drei wichtige Prinzipien im Blick auf die Ausbildung anderer, die mein Vater und mein Mentor mich lehrten und die ich nie in der Schule gelernt hätte. Es sind drei Dinge, die in den nächsten Jahrzehnten für jeden Menschen nötig sein werden, der als Vater oder Mutter, als Leiter, Unternehmer oder Auszubildende effektiv und erfolgreich sein will. Darüber werde ich in diesem Blog schreiben.

 

 

Ich bin 16 Jahre lang ausgebildet worden in den Fähigkeiten, die ich für einen Job und ein solches Leben benötigen würde, wie ich es mir wünschte. Bitte versteht mich nicht falsch: Ich sage nicht, dass eine Erziehung und Ausbildung irrelevant sei. Absolut nicht! Um es gleich richtig zu stellen: das Wissen aufgrund der Schulbildung, die ich genossen habe, hat mich geformt und mir sehr im analytischen Denken geholfen, das niemals durch irgend etwas ersetzt werden könnte. 

 

 

Allerdings hat mich die schulische Erziehung nichts über innere Haltungen gelehrt, nichts darüber, wie ich mit Menschen umgehen, und nichts darüber, wie ich in Krisenzeiten reagieren sollte. Dies alles aber ist fundamental, wenn ich wirklich dauerhaften Erfolg haben und andere bevollmächtigen will.

 

 

„Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle die Leute nicht zusammen um Holz zu besorgen und gibt ihnen nicht Arbeit und Aufgaben, sondern lehre sie sich nach der unendlichen Weite des Meeres zu sehnen.“

- Antoine de Saint-Exupéry. 

 

 

In diesen Bereichen hatten beide, mein Vater und mein Mentor, großen Einfluss auf meine persönliche Entwicklung. Hier sind drei ihrer Prinzipien, die mich Ausdauer gelehrt und die mir geholfen haben in Sachen Leiterschaft zu wachsen und meinen Einfluss zu vergrößern. Diese Prinzipien werde ich nicht nur meinen Kindern weitergeben, sondern allen, die bereit sind, Mentoring und Coaching durch das Cultivate Leadership Team zu bekommen. Oft hat mein Vater gesagt, dass manche Dinge niemals im Klassenraum gelehrt und gelernt werden könnten, sondern allein durch unseren Instinkt und das Zusammenleben mit echten Menschen. 

 

 

 

 

 

DIE DREI PRINZIPIEN ZUR BEVOLLMÄCHTIGUNG,

DIE ICH DURCH MEINEN MENTOR &

MEINEN VATER LERNTE:

 

 

 

1. Lass nicht zu, dass deine Vergangenheit deine Zukunft bestimmt.

 

 

Mein Vater kam aus einer Familie von großartigen Landarbeitern. Kleinbauern und Landarbeiter waren sie seit Generationen. Ja, jeder lebende männliche Verwandte meines Vaters arbeitete tatsächlich in den Tee- und Kaffee-Farmen. Solch ein Leben wollte mein Vater aber weder für sich noch für seine Kinder. Deshalb entschloss sich mein Vater umzusiedeln und ein besseres Leben zu finden, seine Bildung weiter zu bringen, die ihm schließlich als sein Fluchtweg aus seinem alten Leben dienen sollte. So zog er in die Hauptstadt und arbeitete hart. Doch bekam er nie die Chance für einen Durchbruch, dass er seinen Traum hätte verwirklichen können, nämlich das erste Mitglied seiner Familie zu sein, das einen akademischen Abschluss geschafft hätte. 

 

 

 

Das hat seine Vision aber nicht zerbrochen. Wenn es etwas bewirkte, so dies: ihn heraus zu fordern, umso härter in verschiedenen Teilzeitjobs zu arbeiten, während er gleichzeitig sein Studium vorantrieb. Schlussendlich bekam er eine gute Managerposition in einer größeren Tee-Company. Diesen Managerjob anzunehmen war entscheidend; denn damit durchbrach er den Generationen-Kreislauf, immer Landarbeiter zu sein. Nicht, dass daran etwas falsch ist, ein Kleinbauer oder Landarbeiter zu sein. Aber in jener Zeit war das eine sehr begrenzte Box, in der niemand sich etwas anderes vorstellen konnte als eben ein Landarbeiter zu sein. Es gab dazu überhaupt keine Alternative.

 

 

 

Am Ende ging es mit den Betrieben abwärts wegen schlechter ökonomischer Bedingungen und der Art der Regierungsführung in unserem Land. Viele Fabriken mussten schließen, auch die Firma, in der mein Vater arbeitete. So mussten meine Eltern sich gezwungener Maßen heraus wagen und sich nach anderen Arbeitsmöglichkeiten umschauen. Das brachte meinen Vater dazu, sich der Situation anzupassen und mitsamt seiner ganzen Familie an die Küste unseres Landes zu ziehen. Dort bin ich zusammen mit meinen Geschwistern  aufgewachsen. 

 

 

Mein Vater hat mir diese Geschichte oft erzählt und mich daran erinnert, dass alles möglich ist:  wir sollten unsere Ziele nicht unserer derzeitigen Situation anpassen, sondern danach ausrichten, was wir in Zukunft zu erreichen hofften.

 

 

 

„Lass deine Vergangenheit nicht deine Zukunft bestimmen!“

 

 

 

Ich bin seinem Rat und seinem Beispiel gefolgt; deshalb war ich das erste Mitglied unserer Familie, das ins Ausland ging um meine Fußball-Karriere voran zu bringen. Danach habe ich Organisationsentwicklung undt Theologie studiert. Ich wurde Coach und Mentor von Führungskräften, ein Berater von großen Organisationen wie UN Women, von Edelstein-Handelsgesellschaften, Regierungen und internationalen Führungskräften. Ich wurde ein Pastor, der internationale Versammlungen leitete, und ein internationaler Sprecher, und das, obwohl aus meiner Familie niemals jemand zuvor in irgend einem dieser Bereiche tätig war.

 

 

 

 

2. Behandle jeden mit Respekt, weil jeder wichtig ist.

 

 

Mein Vater war ein demütiger Mann. Er behandelte jeden mit Respekt, ob er nun ein Koch, ein Hausmeister oder ein Direktor war. Er meinte immer: „Egal, wie erfolgreich und kraftvoll du in deinem Leben werden wirst, denk daran, dass du immer noch zur Toilette gehst und deine Hose - ein Hosenbein nach dem anderen - anziehst, so wie jeder andere auch. Fordere oder erwarte nie eine besondere Behandlung. Geh mit niemandem schlecht um, bloß weil du denkst, dass sie unter dir stehen. Sorg dafür, dass sich jeder wichtig fühlt; denn du weißt niemals, was für Beziehungen sie haben und wen sie kennen oder wer sie einmal sein werden.“

 

 

Es ist erstaunlich, welche Auswirkungen diese Haltung auf Leute macht, speziell auf dich selbst. Dies hilft Vertrauen und Respekt aufzubauen. Außerdem macht es Menschen williger dir in Bezug auf deine Vision und deine Ziele zu helfen. Diese Worte meines Vaters haben mich mit 24 Jahren sehr inspiriert, als ich noch in Kenia lebte. Ich startete ein Programm, das eine Brücke sein sollte zwischen den Wohlhabenden und den Armen, den weniger Privilegierten in unserer Gesellschaft. Dieses Programm wurde bekannt als „Petra Boys“. Mein Wunsch war es, diese Jugendlichen unabhängig von ihrem sozialen Status zusammen zu bringen und zu fördern. Dieses Projekt wurde sehr erfolgreich. Wir inspirierten Jungen dazu, wieder zu träumen, Jungen aus verschiedenen Slums in Nairobi wie z.B Mukuru Kwa Njenga oder Kibera. In diesem Prozess haben wir Fortschritte gemacht, so dass einige Fußballprofis wurden, einige wurden großartige und erfolgreiche Unternehmer, die ihre eigenen Firmen gründeten, einige Banker und Rechtsanwälte. Wir haben mit eigenen Augen gesehen, wie das Leben der Jugendlichen und die sie umgebende Gesellschaft gestärkt wurden. Die beiden sozio-ökonomischen Welten, Slum und Mittelschicht, kamen zusammen durch Fußball, der imstande ist auf kraftvolle Weise Einheit und gesunde Beziehungen untereinander zu bauen.

 

 

Ich ahnte nicht, dass dies der Türöffner für meinen Werdegang und Erfolg im Leben sein würde: Ich wurde der Präsident der Nairobi City Stars, einer Mannschaft der ersten Liga, und der Vorstandsvorsitzende der National-Liga in Kenia, außerdem der Berater der Regierung in Sport-, Gender- und Kulturangelegenheiten. In all dem wurde Cultivate Leadership geboren und als ein Programm zur Bevollmächtigung in Afrika eingeführt. In Deutschland weitet es sich jetzt über den bisherigen Bekanntheitsgrad aus. 

 

 

Ich nahm wahr, dass viele junge hoffnungsvolle Leiter ebenso wie erfahrene ältere Führungskräfte hungrig danach waren, weiter zu wachsen und mehr zu lernen, speziell mehr über die Schlüsselprinzipien, die sie effektiv machen würden und ihnen helfen würden beständig und erfolgreich ihre Umgebung zu beeinflussen. So wurden nach Jahren von praktischer Umsetzung die bekannten vier Schlüsselprinzipien von Cultivate Leadership entwickelt, in denen ich junge Fußballer trainierte und ausbildete. 

 

 

 

 

3. Erledige die wirklich harten Aufgaben, wenn es am allerwichtigsten ist.

 

Mein Vater ist ein großer Fußballfan. Abgesehen davon, dass er in der Vergangenheit meine Fussballkarriere begleitet und unterstützt hat, ist er ein großer Fan von Manchester United und FC Barcelona. Von Anfang an war er - und ist noch immer - am meisten beeindruckt von den Spielern, die gerade dann ihren Job taten, wenn das Spiel richtig hart wurde. Er sagte, diese seien die Leute, auf die man sich verlassen könne. Er erinnerte mich oft an meinen Fußballtrainer, den ich anwarb, als ich der Präsident der Nairobi City Stars wurde. Zu meiner Zeit war dieser Trainer ein wunderbarer Spieler, ein Kämpfer, der für das Team sterben würde. Oft hat man von ihm als der „Pferdestärke“ für das Team gesprochen. Er hat uns ständig dazu aufgefordert, alles auf dem Spielfeld zu geben. Ich habe sehr seine Leidenschaft und seinen Eifer bewundert. 

 

 

 

„Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.“

 

 

Leicht kann man brillieren, wenn die Dinge gut laufen, aber die wirklich Besten geben ihr Bestes, wenn es so richtig hart wird. Bobby, unser Trainer, war exakt der Richtige um unsere Mannschaft auf den nächsten Level zu bringen, weil er uns zeigte, wie man in den wirklich harten Situationen durchhält. Mein Vater sagte mir oft: Diese Durchhalte-Fähigkeit wird dich herausstellen. Aufgrund seiner Beratung habe ich die wirklich schwierigen Projekte angepackt, so wie die sogenannten Petra Boys gestartet. Ich arbeitete mit Kids aus den Slums, die in elenden Verhältnissen lebten. Ich identifizierte mich mit ihnen und konnte so einen bedeutsamen Einfluss auf ihr Leben haben. Ich musste aus meiner Komfortzone heraustreten und mit den harten Realitäten des Lebens umgehen, mit denen sich niemand sonst beschäftigen wollte. Dass wir diese Aufgaben lösten und den Kids aus den Slums halfen erfolgreich zu werden, machte mich bekannt und brachte mir Beförderungen, die mir großen Einfluss in der Gesellschaft gaben. 

 

 

 

 

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